Das Gesicht dahinter

Mareile Heiting mit ihrem Hund

Fachbücher und Fachartikel vermitteln nur trockenes Wissen? Ohne fundierte Inhalte geht es natürlich nicht. Was ein Buch aber auch ausmacht, ist der Mensch dahinter – und seine Art, Themen greifbar zu machen.

Geboren im Norden, lebe ich heute seit vielen Jahren in der Nähe von München. Ein Stück hanseatische Gelassenheit habe ich mir dabei bewahrt – ebenso die Freude an klaren Worten, sachlichen Tönen und einem Augenzwinkern zur richtigen Zeit.

Mein Fachgebiet sind die IT-Themen. Als ich Anfang der 1990er-Jahre Informatik und Theoretische Medizin studierte, spielten Computer im Alltag kaum eine Rolle. Damals wie heute gilt: Neue Technik fasziniert viele Menschen – sie kann aber auch verunsichern. Dass technische Themen oft komplizierter wirken, als sie eigentlich sind, hat viel damit zu tun, wie man darüber spricht. Fachwissen allein reicht nicht. Ein Thema muss so erklärt werden, dass Menschen verstehen, wie etwas funktioniert und welchen Nutzen es ihnen bringt.

Der Wunsch, genau dies umzusetzen, brachte mich zum Journalismus. In den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit habe ich in verschiedenen IT-Redaktionen Print- und Online-Medien mit all ihren Facetten kennengelernt: von der Themenrecherche und der inhaltlichen Planung über das eigene Schreiben und die Begleitung von Autorinnen und Autoren bis hin zum Redigieren fremder Beiträge. Dazu kommen die Abstimmung mit Lektorat und Grafik, das Prüfen von Fakten sowie die finale Durchsicht von Layouts oder Satzfahnen, bevor ein Text veröffentlicht wird.

Seit mehr als 20 Jahren bin ich nun selbstständig. Vieles von damals ist bis heute Teil meiner Arbeit. Als Autorin weiß ich, dass ein Manuskript nur am Anfang einer langen Kette steht. Klare Absprachen, faire Teamarbeit und verlässliche Kommunikation gehören für mich ebenso zu einem guten Projekt wie fachliche Genauigkeit.

Manchmal beginnt meine Arbeit erst dann, wenn Autorinnen oder Autoren ihr Manuskript abgeschlossen haben. Als Fachlektorin prüfe ich es nicht nur auf inhaltliche Richtigkeit, sondern auch auf Struktur, Zielgruppenansprache und Verständlichkeit. So wird aus vielen einzelnen Informationen ein stimmiges Ganzes. Diese Arbeit übernehme ich für Verlage ebenso wie für Unternehmen, etwa bei Handbüchern, Firmenbroschüren und anderen fachlichen Unterlagen.

Das Schreiben eines Fachartikels oder Fachbuchs ist für mich kein Monolog, sondern ein Gespräch mit den Leserinnen und Lesern. Wenn bei ihnen am Ende der Gedanke entsteht: „Ach so – eigentlich ist das gar nicht so kompliziert.“, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Der Mensch steht vor dem Fachwissen.